Top 50 Wert · Nr. 44

Evonik Industries AG

Die Bewertung leidet unter den hohen deutschen Strompreisen und dem Verlust der niedrigen russischen Gaspreise als Standortvorteil.

Vom Kohle-Erbe zum MDAX-Schwergewicht in Essen

Die Evonik Industries AG mit Sitz in der RAG-Zentrale in Essen entstand im Jahr 2007 durch die Neuordnung des RAG-Konzerns und bündelt seitdem die Spezialchemie-Aktivitäten. Nach einer Phase der Konsolidierung erfolgte im April 2013 der Börsengang zu einem Ausgabepreis von 33,00 Euro pro Aktie. Heute ist das Unternehmen fester Bestandteil des MDAX und gilt als einer der weltweit führenden Akteure für Produkte wie Aminosäuren für die Tierernährung oder Kieselsäuren für die Reifenindustrie.

Stabile Marktkapitalisierung trotz energieintensiver Produktion

Im Börsenjahr 2025 stabilisiert sich die Marktkapitalisierung von Evonik bei einer Größenordnung von rund 12 Milliarden Euro. Diese Bewertung spiegelt die Herausforderung wider, die Transformation weg von erdgasbasierten Prozessen an Standorten wie Marl oder Ludwigshafen zu finanzieren. Investoren bewerten aktuell vor allem die Fähigkeit des Managements, die Margen im Bereich 'Specialty Additives' trotz gestiegener deutscher Energiekosten zu halten.

Die RAG-Stiftung als dominierender Ankeraktionär

Die Aktionärsstruktur von Evonik ist durch eine außergewöhnliche Konstanz geprägt, da die RAG-Stiftung weiterhin die absolute Mehrheit der Anteile hält. Diese Verbindung dient der langfristigen Finanzierung der Ewigkeitslasten aus dem deutschen Steinkohlebergbau durch die ausgeschütteten Dividenden. Neben der Stiftung halten institutionelle Anleger wie BlackRock nennenswerte Positionen, während der Streubesitz die Liquidität im MDAX-Handel sicherstellt.

Kontinuität der Dividende als Kernversprechen

Trotz zyklischer Schwankungen in der Chemiebranche verfolgt Evonik eine verlässliche Dividendenpolitik, die insbesondere auf die Bedürfnisse des Hauptaktionärs zugeschnitten ist. Das Unternehmen strebt traditionell danach, die Ausschüttung auch in schwierigen Marktzyklen mindestens stabil zu halten oder leicht zu steigern. Diese Strategie macht die Aktie vor allem für wertorientierte Anleger interessant, die auf einen regelmäßigen Cashflow setzen.