Top 50 Wert · Nr. 34

Sartorius AG

Bewertung nach dem Ende des Biotech-Booms um über 70 % gefallen; 2024 leichte Erholung. Die strukturelle Nachfrage nach Biopharma-Ausrüstung bleibt hoch.

Vom Feinmechanik-Betrieb zum globalen DAX-Schwergewicht

Die Sartorius AG blickt auf eine über 150-jährige Geschichte zurück, die 1870 mit einer Göttinger Werkstatt für Feinmechanik begann. Der Börsengang des Unternehmens erfolgte bereits im Jahr 1990, wobei die Vorzugsaktien heute fest im deutschen Leitindex DAX integriert sind. Mit einem Börsenwert von rund 13 Milliarden Euro im Jahr 2025 hat sich das Unternehmen als einer der weltweit führenden Ausrüster für die Biopharmabranche etabliert.

Kurskorrekturen nach dem Sonderzyklus der Pandemie

Nachdem die Aktie während der Corona-Pandemie durch die enorme Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien und Laborausrüstung auf Rekordhöhen getrieben wurde, folgte eine drastische Marktkorrektur von über 70 Prozent. Investoren reagierten damit auf die Normalisierung der Lagerbestände bei großen Pharmakunden, was die Marktkapitalisierung zeitweise stark belastete. Seit 2024 stabilisiert sich die Bewertung wieder, da der Fokus des Marktes nun auf die Profitabilität jenseits des Impfstoff-Booms rückt.

Dominanz der Gründerfamilie und strategische Unabhängigkeit

Die Aktionärsstruktur von Sartorius ist durch eine Besonderheit geprägt, da die Stammaktien mehrheitlich von den Erben der Gründerfamilie sowie der Sartorius-Stiftung kontrolliert werden. Während Privatanleger und Institutionelle vor allem in die liquiden Vorzugsaktien investieren, bleibt die strategische Ausrichtung fest in privater Hand. Diese Stabilität erlaubt es dem Vorstand, langfristige Akquisitionen im Bereich der Zell- und Gentherapie zu tätigen, ohne auf kurzfristigen Quartalsdruck reagieren zu müssen.

Konservative Ausschüttung zur Reinvestition in Bioprocessing

Trotz der Zugehörigkeit zum DAX verfolgt Sartorius eine eher zurückhaltende Dividendenpolitik, die durch eine geringe Payout-Ratio gekennzeichnet ist. Das Management investiert den Cashflow bevorzugt in den Ausbau der Produktionskapazitäten in Deutschland, Frankreich und den USA sowie in die Erweiterung des Portfolios für Bioreaktoren und Filtersysteme. Für die Aktionäre steht daher nicht die unmittelbare Rendite durch Ausschüttungen, sondern die langfristige Wertsteigerung der Life-Science-Sparte im Vordergrund.